Von Birnen und anderen Gartenfrüchtchen

Von Birnen und anderen Gartenfrüchtchen

#Landgenuss
Von Birnen und anderen Gartenfrüchtchen

Wenn man einen Birnbaum hat, dann muss man tatsächlich einmal damit rechnen, dass dieser auch Birnen trägt. Dieses Frühjahr sind unsere Obstbäume mal alle professionell frisiert worden. Ich dachte so…, das kann doch eigentlich nicht so schwer sein, mal einen Baum zu schneiden. Weit gefehlt, ist es doch. Denn wenn es um das Thema Ertrag geht, sollte man schon Ahnung davon haben, an welchem Trieb man zum Schnitt ansetzt. Es hat sich auch tatsächlich gelohnt. Unsere Obstbäume haben uns dieses Jahr allesamt mit Kirschen, Birnen und Mirabellen reich beschenkt. Wäre ich ein Schnapsbrenner, hätte ich jetzt ordentlich was zu tun. So habe ich am Sonntag meine Körbe gerichtet, die Kinder unterm Baum positioniert und bin mal hoch geklettert. Insgesamt waren wir tatsächlich mit viel Lachen und Spaß fast drei Stunden mit unseren drei Bäumchen beschäftigt, bis alle Körbe gefüllt waren. Den Rest haben wir beschlossen für die Vögel hängen zu lassen, das Fallobst haben wir für die Ziegen und Kühe aufgesammelt und was uns auf die Straße gekullert ist, hat Louis für uns aufgesammelt.

Ist jetzt schon Herbst?

Herr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland: […] Und kam die goldene Herbsteszeit, – Und die Birnen leuchteten weit und breit, …

Gefühlt ist irgendwie noch Sommer, die Natur allerdings, beginnt bereits mit Ihrem schönen Farbspiel. Ich liebe diese Jahreszeit und den Wechsel der warmen Sonnentage mit den erfrischenden Herbstwinden. Der Wald beginnt herrlich zu duften, ganz anders als im Sommer und bevor die grauen Novembertage kommen, wird es nochmal richtig bunt. Genau die richtige Jahreszeit, um sich um Haus und Garten zu kümmern. Nachdem wir nun so reich an Birnen in diesem Jahr beschenkt wurden, habe ich mich auf die Suche nach allerlei Birnenrezepten gemacht. Es gibt ja Unmengen von Ideen, aber nicht alles taugt etwas, da von uns keiner gerne Obstkuchen mag, sowie Konfitürenesser ist, scheiden grundlegend Rezepte für Süßes mit Birnen aus. Birnen sind für mich sogar gerade wegen ihrer besonderen Süße bestens als Begleiter für Deftiges, wie Speck und Käse geeignet. Neben alldem darf natürlich ein feiner frischer Birnensaft mit Minze nicht fehlen. Also kein Kuchen, kein Smoothie. Ganz einfacher Genuß mit Käse-Birnentarte und Birnensaft.

Die Rezepte zu meinen Lieblingsfavoriten findest du hier:

1. Birnenpizza und Speck-Tarte

1 Packung Chiabatta Brotmischung; Ich hole meine immer direkt bei der Streichmühle in Wieselt oder im ZG Landhandel
Hefe (ich verwende meist Trockenhefe, für 1Kg Teig brauchst du 2 Pck.)
etwas Mehl zum ausrollen
400 g Schmand
15g Landjoghurt
Salz und Pfeffer
5-6 mittelgroße Birnen
rote Zwiebeln, Lauchzwiebeln und Knoblauch
echten Schwarzwälder Seitenspeck
Rosmarin und Thymian aus dem Garten
1 Pck. griechischen Schafskäse
1-2 Pck. Blauschimmelkäse oder Gorgonzola

Du stellst in einer ausreichend großen Schüssel einen einfachen Hefeteig wie auf der Packung angegeben aus der Backmischung her. Das kannst du bereits am Morgen machen, denn es macht gar nichts wenn der Hefeteig einen tag rumsteht. Im Gegenteil. Ich habe dieErfahrung gemacht, das er umso schmackhafter und bekömmlicher wird.

Dann verteilt du den Teig auf zwei Bleche und rollt diese möglichst hauchdünn aus. Schmand und Joghurt verrührst du nun mit den Gewürzen und Kräutern und verteilst diesen auf den Teigplatten.

Ein Blech belegen wir nun mit fein gewürfeltem Speck und in Ringe geschnittenen roten Zwiebeln und ein Blech bewegen wir in feine Scheiben geschnittenen Birnen und Lauchzwiebelringen und Knoblauch (du kannst soviel oder so wenig nehmen, wie du gerne magst, ich brauche für 1 Blech meist 1-2 Zehen)

Auf dem Blech mit dem Speck verteilst du den gezupften Feta und auf dem Blech mit den Birnen den gezupften Blauschimmelkäse. Das ganz kommt nun bei 200 – 220° Grad Umluft für 20-30 Minuten in den Ofen. Die Zeit variiert nach dicke der Böden, also einfach mal in den Ofen schauen und wenn es dir knusprig genug ist, ist die Karte fertig zum servieren.

Dazu passt dann natürlich ein feiner und leichtgekühlter Landwein hervorragend dazu. Entweder ein leichter Chianti aus Italien oder mein persönlicher Favorit, den wir auch in der Ferienwohnung anbieten, ein leichter portugiesischer Rotwein, den La Senda Pinuaga. Für die regionalen Liebhaber empfehle ich die feinen Grauburgunder aus dem Markgräflerland, oder mein persönlicher Favorit wieder, vom Kaiserstuhl die Schuhmann Weine.

 

Für die süßen Naschkatzen unter euch gibt es noch ein ganz einfaches Rezept, das ich gerade wegen der Einfachheit unbedingt ausprobieren musste und mich tatsächlich überzeugt hat.

2. Süße Birnenthaler mit Honigjoghurt

Dazu benötigst du 1/2 Packung Hefezopfmischung, auch die habe ich von der Streichmühle in Wieslet; 1 Packung Trockenhefe, etwas warme Milch und 20 g weiche Butter, 2 Esel. Rohzucker und mein Spezial-Tipp: einen Schluck Mineralwasser

Daraus stellst du einen einfache Hefeteig her, den du erstmal in Ruhe gehen lassen kannst.

In der Zwischenzeit schneide ich die Birnen in kleine Schnitze und setze einen Topf mit Wasser und Honig und einen Schuß Birnenwasser auf. Zusammen mit den Birnenschnitzen lasse ich das ganze 45 Minuten köcheln.

Aus dem Teig forme ich 8 kleine Teigfladen. Darauf verteile ich die gekochten Birnen und beträufele das ganze mit dem Sud. Nach 30 Minuten Backzeit bei 200° – 220° Grad im Umluft sind die Fladen fertig, Das ganze mit Puderzucker bestreuen und dazu frischen Landjoghurt mit feinem Honig servieren. Mein Favorit ist der feine Weißtannenhonig aus dem Schwarzwald. Ich kann auch sagen, das ist soooo lecker!!! Herbst du schmeckst einfach so wunderbar.

Ich wünsche dir viel Spaß beim nachmachen.
Landgenüssliche Grüße
Nadine

 

„Spannenlanger Hansel, nudeldicke Dirn,
geh’n wir in den Garten, schütteln wir die Birn‘.
Schüttel ich die großen, schüttelst du die klein’n,
wenn das Säckchen voll ist, geh’n wir wieder heim.“

 

Smalltalk über Zeit und Vergänglichkeit

Smalltalk über Zeit und Vergänglichkeit

#Heimat
Smalltalk über Zeit und Vergänglichkeit

(Enthält Werbung aufgrund unbezahlter Markennennung)

Wie hieß das noch gleich, das was vergänglich ist…? Genau, es ist die Zeit. Angekommen im Effringer Schlössle berichtet Hartwig auf dem Dachboden über Leben und Vergangenheit des Hauses aus ihrem schönen Bilderrahmen heraus und erweckt so manch eigene Gedanken.

Ich entführe euch heute zu einem Ausflug auf den Vogtsbauernhof in Gutach.

Mit unserem Besuch im Freilichtmuseum sind wir dieses Mal sogar schon das zweite Mal in Gutach. Da wir unsere Ferien im Sommer natürlich im Schwarzwald verbringen, planen wir jede Woche mit den Kindern etwas Schönes, das uns gemeinsam Spaß macht.  Da gehört das Freilichtmuseum als Highlight auf jeden Fall mit dazu. Es gibt meist soviel zu unternehmen, das wir alles was wir uns vornehmen in einem Sommer gar nicht schaffen können. Das sparen wir uns dann eben für die nächsten Ferien auf.

Wann endet die Vergangenheit? Wann beginnt die Zukunft? Immer nur in diesem Augenblick!

Eigentlich braucht man nicht in ein Museum zu fahren, um den Schwarzwald zu entdecken. Denn wenn man hier mit offenen Augen durch die Landschaft fährt, trifft man an jeder Ecke auf ein Stück Geschichte und das Leben der Menschen im Schwarzwald. Trotzdem ist es etwas Besonderes, wenn man einmal 100%-ig konzentriert in diese Welt eintauchen kann. Man kann ja schließlich nicht einfach am Straßenrand aussteigen und in die Häuser hineinstiefeln. Hier und da gibt es solche Häuser, die jemand zum Zwecke des Erhalts für eine Besichtigung freigegeben hat, aber es ist eher selten. Mein Tipp, eines davon steht gerade mal 10 Minuten von Neuenweg entfernt in Wembach, vor Schönau. Direkt an der Straße auf der linken Seite. >> Bauernmuseum Segerhof

Für die Kinder ist es wie ein riesengroßer Bauernhofspielplatz, auf dem Sie ungezwungen herumtollen dürfen. Das meiste was man dort sieht , ist auch noch wirklich zum anfassen und es hat natürlich viele Tiere und einige spannende Vorführungen, wie z.B. zuschauen, wie Mehl mit einem alten Mühlrad gemahlen wird. Insgesamt ein Ort, an dem man das Gefühl hat, hier ist die Welt einfach noch in Ordnung. Ein bisschen ist die Zeit stehen geblieben und man selbst vergisst auch völlig dabei auf die Uhr zu schauen.

Knarrende Dielen und der Duft der Vergangenheit

Wenn ich in Gutach durch die Häuser laufe und die Augen schließe, um den Duft des alten Holzes zu riechen, das knarren der alten Bohlen unter mir spüre und das Leben erahne das hier stattgefunden hat, dann finde ich das schon etwas Besonders. Hier kann man die Geschichte und das Leben im Schwarzwald mit den schwierigen Lebens- und Arbeitsbedingungen tatsächlich nachempfinden. Man lernt etwas über die Arbeit im Wald, der Köhler, kann schauen, wie ein Mühlrad das Getreide zu feinem Mehl mahlt oder setzt sich einfach mal in den gemütlichen Stuben an den Tisch und überlegt, wie es wohl damals war, wenn sich drei Generationen zu den Mahlzeiten hier versammelt haben. Aber nicht nur dieser Teil ist ungemein spannend, sondern auch eigene Kindheitserinnerungen werden wieder zum Leben erweckt, z.B. wenn man an alten Filmpostern vom Schwarzwaldmädel vorbeiläuft oder in manchen Häusern Relikte aus den 70ern und 80ern wiedererkennt. Das alles kann man in Ruhe anschauen und gemeinsam genießen. Wenn es den Kindern mal zu viel wird, können Sie einfach zum nächsten Stall laufen und Schafe, Ziegen, Pferde oder den hübschen Gockel bewundern. Unseren Museumstag lassen wir dann gemütlich beim Bistro am Falknerhof ausklingen und kaufen noch ein bisschen Heimat-Lektüre für die Heimfahrt. Wilma, der Schwarzwaldwurm und Das Kalte Herz als Kinderbuch. Die Kinder sind happy, während sie auf der Rückfahrt gemütlich in den Büchern schmökern und ich lasse meinen Blick nochmal nach draußen schweifen.

Mit offnen Augen durch die Landschaft fahren

Ich schaue jetzt viel bewusster aus dem Fenster und erkenne viele Elemente und Details, die ich gerade gesehen habe wieder. Vielleicht ist es genau das, was mich im Schwarzwald in den Bann gezogen hat, dieser unsägliche Frieden und diese Ruhe die, die Landschaft ausstrahlt. Ein Gefühl von Geborgenheit und Wärme, trotz der rauen Seiten, die manchmal das Wetter hier mit sich bringt. Ich habe immer wieder das Gefühl, hier bekomme ich Zeit geschenkt, statt das Sie zerrinnt. Oder ist es das Gefühl der Vergänglichkeit, die jeden einzelnen Augenblick einzigartig macht? Wenn du einen Film fünfmal anschaust, wird es auch jedes Mal anders sein, weil die Zeit jedes Mal eine andere ist. Es ist nicht das selbe und jedesmal wieder aufs Neue schön…

Ein paar wunderschöne Gedanken und ein wunderschönes Gefühl, mit dem ich zu Hause auf meiner Terrasse den Tag ausklingen lassen kann.

Denn wir sind jetzt das, was wir sind, weil alles so gekommen ist, wie es ist.
Meiyo Pedro Perez Vargas

Heimat-liebste Grüße
Nadine

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