Von Birnen und anderen Gartenfrüchtchen

Von Birnen und anderen Gartenfrüchtchen

#Landgenuss
Von Birnen und anderen Gartenfrüchtchen

Wenn man einen Birnbaum hat, dann muss man tatsächlich einmal damit rechnen, dass dieser auch Birnen trägt. Dieses Frühjahr sind unsere Obstbäume mal alle professionell frisiert worden. Ich dachte so…, das kann doch eigentlich nicht so schwer sein, mal einen Baum zu schneiden. Weit gefehlt, ist es doch. Denn wenn es um das Thema Ertrag geht, sollte man schon Ahnung davon haben, an welchem Trieb man zum Schnitt ansetzt. Es hat sich auch tatsächlich gelohnt. Unsere Obstbäume haben uns dieses Jahr allesamt mit Kirschen, Birnen und Mirabellen reich beschenkt. Wäre ich ein Schnapsbrenner, hätte ich jetzt ordentlich was zu tun. So habe ich am Sonntag meine Körbe gerichtet, die Kinder unterm Baum positioniert und bin mal hoch geklettert. Insgesamt waren wir tatsächlich mit viel Lachen und Spaß fast drei Stunden mit unseren drei Bäumchen beschäftigt, bis alle Körbe gefüllt waren. Den Rest haben wir beschlossen für die Vögel hängen zu lassen, das Fallobst haben wir für die Ziegen und Kühe aufgesammelt und was uns auf die Straße gekullert ist, hat Louis für uns aufgesammelt.

Ist jetzt schon Herbst?

Herr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland: […] Und kam die goldene Herbsteszeit, – Und die Birnen leuchteten weit und breit, …

Gefühlt ist irgendwie noch Sommer, die Natur allerdings, beginnt bereits mit Ihrem schönen Farbspiel. Ich liebe diese Jahreszeit und den Wechsel der warmen Sonnentage mit den erfrischenden Herbstwinden. Der Wald beginnt herrlich zu duften, ganz anders als im Sommer und bevor die grauen Novembertage kommen, wird es nochmal richtig bunt. Genau die richtige Jahreszeit, um sich um Haus und Garten zu kümmern. Nachdem wir nun so reich an Birnen in diesem Jahr beschenkt wurden, habe ich mich auf die Suche nach allerlei Birnenrezepten gemacht. Es gibt ja Unmengen von Ideen, aber nicht alles taugt etwas, da von uns keiner gerne Obstkuchen mag, sowie Konfitürenesser ist, scheiden grundlegend Rezepte für Süßes mit Birnen aus. Birnen sind für mich sogar gerade wegen ihrer besonderen Süße bestens als Begleiter für Deftiges, wie Speck und Käse geeignet. Neben alldem darf natürlich ein feiner frischer Birnensaft mit Minze nicht fehlen. Also kein Kuchen, kein Smoothie. Ganz einfacher Genuß mit Käse-Birnentarte und Birnensaft.

Die Rezepte zu meinen Lieblingsfavoriten findest du hier:

1. Birnenpizza und Speck-Tarte

1 Packung Chiabatta Brotmischung; Ich hole meine immer direkt bei der Streichmühle in Wieselt oder im ZG Landhandel
Hefe (ich verwende meist Trockenhefe, für 1Kg Teig brauchst du 2 Pck.)
etwas Mehl zum ausrollen
400 g Schmand
15g Landjoghurt
Salz und Pfeffer
5-6 mittelgroße Birnen
rote Zwiebeln, Lauchzwiebeln und Knoblauch
echten Schwarzwälder Seitenspeck
Rosmarin und Thymian aus dem Garten
1 Pck. griechischen Schafskäse
1-2 Pck. Blauschimmelkäse oder Gorgonzola

Du stellst in einer ausreichend großen Schüssel einen einfachen Hefeteig wie auf der Packung angegeben aus der Backmischung her. Das kannst du bereits am Morgen machen, denn es macht gar nichts wenn der Hefeteig einen tag rumsteht. Im Gegenteil. Ich habe dieErfahrung gemacht, das er umso schmackhafter und bekömmlicher wird.

Dann verteilt du den Teig auf zwei Bleche und rollt diese möglichst hauchdünn aus. Schmand und Joghurt verrührst du nun mit den Gewürzen und Kräutern und verteilst diesen auf den Teigplatten.

Ein Blech belegen wir nun mit fein gewürfeltem Speck und in Ringe geschnittenen roten Zwiebeln und ein Blech bewegen wir in feine Scheiben geschnittenen Birnen und Lauchzwiebelringen und Knoblauch (du kannst soviel oder so wenig nehmen, wie du gerne magst, ich brauche für 1 Blech meist 1-2 Zehen)

Auf dem Blech mit dem Speck verteilst du den gezupften Feta und auf dem Blech mit den Birnen den gezupften Blauschimmelkäse. Das ganz kommt nun bei 200 – 220° Grad Umluft für 20-30 Minuten in den Ofen. Die Zeit variiert nach dicke der Böden, also einfach mal in den Ofen schauen und wenn es dir knusprig genug ist, ist die Karte fertig zum servieren.

Dazu passt dann natürlich ein feiner und leichtgekühlter Landwein hervorragend dazu. Entweder ein leichter Chianti aus Italien oder mein persönlicher Favorit, den wir auch in der Ferienwohnung anbieten, ein leichter portugiesischer Rotwein, den La Senda Pinuaga. Für die regionalen Liebhaber empfehle ich die feinen Grauburgunder aus dem Markgräflerland, oder mein persönlicher Favorit wieder, vom Kaiserstuhl die Schuhmann Weine.

 

Für die süßen Naschkatzen unter euch gibt es noch ein ganz einfaches Rezept, das ich gerade wegen der Einfachheit unbedingt ausprobieren musste und mich tatsächlich überzeugt hat.

2. Süße Birnenthaler mit Honigjoghurt

Dazu benötigst du 1/2 Packung Hefezopfmischung, auch die habe ich von der Streichmühle in Wieslet; 1 Packung Trockenhefe, etwas warme Milch und 20 g weiche Butter, 2 Esel. Rohzucker und mein Spezial-Tipp: einen Schluck Mineralwasser

Daraus stellst du einen einfache Hefeteig her, den du erstmal in Ruhe gehen lassen kannst.

In der Zwischenzeit schneide ich die Birnen in kleine Schnitze und setze einen Topf mit Wasser und Honig und einen Schuß Birnenwasser auf. Zusammen mit den Birnenschnitzen lasse ich das ganze 45 Minuten köcheln.

Aus dem Teig forme ich 8 kleine Teigfladen. Darauf verteile ich die gekochten Birnen und beträufele das ganze mit dem Sud. Nach 30 Minuten Backzeit bei 200° – 220° Grad im Umluft sind die Fladen fertig, Das ganze mit Puderzucker bestreuen und dazu frischen Landjoghurt mit feinem Honig servieren. Mein Favorit ist der feine Weißtannenhonig aus dem Schwarzwald. Ich kann auch sagen, das ist soooo lecker!!! Herbst du schmeckst einfach so wunderbar.

Ich wünsche dir viel Spaß beim nachmachen.
Landgenüssliche Grüße
Nadine

 

„Spannenlanger Hansel, nudeldicke Dirn,
geh’n wir in den Garten, schütteln wir die Birn‘.
Schüttel ich die großen, schüttelst du die klein’n,
wenn das Säckchen voll ist, geh’n wir wieder heim.“

 

Smalltalk über Zeit und Vergänglichkeit

Smalltalk über Zeit und Vergänglichkeit

#Heimat
Smalltalk über Zeit und Vergänglichkeit

(Enthält Werbung aufgrund unbezahlter Markennennung)

Wie hieß das noch gleich, das was vergänglich ist…? Genau, es ist die Zeit. Angekommen im Effringer Schlössle berichtet Hartwig auf dem Dachboden über Leben und Vergangenheit des Hauses aus ihrem schönen Bilderrahmen heraus und erweckt so manch eigene Gedanken.

Ich entführe euch heute zu einem Ausflug auf den Vogtsbauernhof in Gutach.

Mit unserem Besuch im Freilichtmuseum sind wir dieses Mal sogar schon das zweite Mal in Gutach. Da wir unsere Ferien im Sommer natürlich im Schwarzwald verbringen, planen wir jede Woche mit den Kindern etwas Schönes, das uns gemeinsam Spaß macht.  Da gehört das Freilichtmuseum als Highlight auf jeden Fall mit dazu. Es gibt meist soviel zu unternehmen, das wir alles was wir uns vornehmen in einem Sommer gar nicht schaffen können. Das sparen wir uns dann eben für die nächsten Ferien auf.

Wann endet die Vergangenheit? Wann beginnt die Zukunft? Immer nur in diesem Augenblick!

Eigentlich braucht man nicht in ein Museum zu fahren, um den Schwarzwald zu entdecken. Denn wenn man hier mit offenen Augen durch die Landschaft fährt, trifft man an jeder Ecke auf ein Stück Geschichte und das Leben der Menschen im Schwarzwald. Trotzdem ist es etwas Besonderes, wenn man einmal 100%-ig konzentriert in diese Welt eintauchen kann. Man kann ja schließlich nicht einfach am Straßenrand aussteigen und in die Häuser hineinstiefeln. Hier und da gibt es solche Häuser, die jemand zum Zwecke des Erhalts für eine Besichtigung freigegeben hat, aber es ist eher selten. Mein Tipp, eines davon steht gerade mal 10 Minuten von Neuenweg entfernt in Wembach, vor Schönau. Direkt an der Straße auf der linken Seite. >> Bauernmuseum Segerhof

Für die Kinder ist es wie ein riesengroßer Bauernhofspielplatz, auf dem Sie ungezwungen herumtollen dürfen. Das meiste was man dort sieht , ist auch noch wirklich zum anfassen und es hat natürlich viele Tiere und einige spannende Vorführungen, wie z.B. zuschauen, wie Mehl mit einem alten Mühlrad gemahlen wird. Insgesamt ein Ort, an dem man das Gefühl hat, hier ist die Welt einfach noch in Ordnung. Ein bisschen ist die Zeit stehen geblieben und man selbst vergisst auch völlig dabei auf die Uhr zu schauen.

Knarrende Dielen und der Duft der Vergangenheit

Wenn ich in Gutach durch die Häuser laufe und die Augen schließe, um den Duft des alten Holzes zu riechen, das knarren der alten Bohlen unter mir spüre und das Leben erahne das hier stattgefunden hat, dann finde ich das schon etwas Besonders. Hier kann man die Geschichte und das Leben im Schwarzwald mit den schwierigen Lebens- und Arbeitsbedingungen tatsächlich nachempfinden. Man lernt etwas über die Arbeit im Wald, der Köhler, kann schauen, wie ein Mühlrad das Getreide zu feinem Mehl mahlt oder setzt sich einfach mal in den gemütlichen Stuben an den Tisch und überlegt, wie es wohl damals war, wenn sich drei Generationen zu den Mahlzeiten hier versammelt haben. Aber nicht nur dieser Teil ist ungemein spannend, sondern auch eigene Kindheitserinnerungen werden wieder zum Leben erweckt, z.B. wenn man an alten Filmpostern vom Schwarzwaldmädel vorbeiläuft oder in manchen Häusern Relikte aus den 70ern und 80ern wiedererkennt. Das alles kann man in Ruhe anschauen und gemeinsam genießen. Wenn es den Kindern mal zu viel wird, können Sie einfach zum nächsten Stall laufen und Schafe, Ziegen, Pferde oder den hübschen Gockel bewundern. Unseren Museumstag lassen wir dann gemütlich beim Bistro am Falknerhof ausklingen und kaufen noch ein bisschen Heimat-Lektüre für die Heimfahrt. Wilma, der Schwarzwaldwurm und Das Kalte Herz als Kinderbuch. Die Kinder sind happy, während sie auf der Rückfahrt gemütlich in den Büchern schmökern und ich lasse meinen Blick nochmal nach draußen schweifen.

Mit offnen Augen durch die Landschaft fahren

Ich schaue jetzt viel bewusster aus dem Fenster und erkenne viele Elemente und Details, die ich gerade gesehen habe wieder. Vielleicht ist es genau das, was mich im Schwarzwald in den Bann gezogen hat, dieser unsägliche Frieden und diese Ruhe die, die Landschaft ausstrahlt. Ein Gefühl von Geborgenheit und Wärme, trotz der rauen Seiten, die manchmal das Wetter hier mit sich bringt. Ich habe immer wieder das Gefühl, hier bekomme ich Zeit geschenkt, statt das Sie zerrinnt. Oder ist es das Gefühl der Vergänglichkeit, die jeden einzelnen Augenblick einzigartig macht? Wenn du einen Film fünfmal anschaust, wird es auch jedes Mal anders sein, weil die Zeit jedes Mal eine andere ist. Es ist nicht das selbe und jedesmal wieder aufs Neue schön…

Ein paar wunderschöne Gedanken und ein wunderschönes Gefühl, mit dem ich zu Hause auf meiner Terrasse den Tag ausklingen lassen kann.

Denn wir sind jetzt das, was wir sind, weil alles so gekommen ist, wie es ist.
Meiyo Pedro Perez Vargas

Heimat-liebste Grüße
Nadine

Falsche Schwarzwälder und Sonnenuntergang am Belchen

Falsche Schwarzwälder und Sonnenuntergang am Belchen

Falsche Schwarzwälder und Sonnenuntergang am Belchen

Die Weihnachtszeit ist bekanntlich eine der schönsten Jahreszeiten, oder? Bereits im ruhiger werdenden Herbst beginnt man sich gedanklich auf die schöne Zeit einzustimmen und träumt von der weißen Weihnacht. Auch ich muss sagen, dass mich der romantische Gedanke alljährlich einholt und ich mir nichts sehnlicher wünsche, als leise rieselnden Schnee und läutende Glocken zur Christmesse und ein nach Weihnachtsgebäck duftendes Haus.

Mit der weißen Pracht hat es dieses Jahr endlich wieder einmal geklappt. Bereits Mitte November hat es begonnen zu schneien und seither hat sich eine stabile Schneedecke in den Höhenlagen des Schwarzwaldes breit gemacht. Alleine darum bin ich dankbar, das ich in Neuenweg am Belchen zwischen 800 und 900 m.ü.M. wohne. Um genau das genießen zu können.

Es ist aber nicht nur der Schnee, den wir hier auf dem Land genießen, sondern auch die Ruhe. Neuenweg liegt ein wenig abgelegen und versteckt zwischen Schönau und dem Münstertal, der Schwarzwaldhype geht weitgehend an uns vorbei und auch der Skitourismus begrenzt sich hier auf Ruhe und Erholung-Suchende Schneeschuhwanderer und Langlauffahrer. Gut so. Es gibt dir Raum für deine eigene Entdeckungen und um dir ein eigenes Bild vom Schwarzwald zu machen, fernab der Klischees.

Einem dieser Klischees aus dem Schwarzwald möchte ich dennoch heute besondere Aufmerksamkeit schenken. Ich gebe zu, das ich weniger gern Süß esse, aber ich liebe es, die kleinen und großen Leckereien zuzubereiten.

100.000 Sterne und Tortenfieber

 

Nachdem ich bereits gefühlt 100.000 Sterne und Rentiere seit Beginn Dezember mit den Kindern ausgestochen habe, bin ich über den wundervollen Blog von Elena: http: lacrema-patisserie.com via Insta-Challenge gestolpert. Der Post einer Semi-naked Orangen-Rosmarin Torte liebevoll dekoriert mit kleinen Schleich-Rentieren hat mein Kräutergarten Herz höher schlagen lassen. Nachdem nun die Weihnachtsplätzchen–Bäckerei sich langsam erschöpft hat, wollten wir aber nicht untätig bleiben und voilà das Nachbacken ist tatsächlich gelungen. Ich muss an dieser Stelle bemerken, ich habe keinerlei Tortenerfahrung und hatte ordentlich bedenken, ob ich das überhaupt hinbekomme. Meistens ist es ja auch so, das trotz akribischer Befolgung der Anleitung irgendwie doch was schief geht, nicht gelingt, oder sonst irgendetwaswas nicht funktioniert. Nicht so mit diesem Rezept: http://lacrema-patisserie.com/orangen-rosmarin-torte

 

Da dachte ich mir doch ganz einfach, ob man daraus nicht auch eine Art Schwarzwälder-Variante machen könnte? Die Betonung liegt wirklich auf Variante. Den Mythos der Schwarzwälder-Kirschtorte will ich unter keinen Umständen antasten.

Ich gebe zu, das mich das Tortenfieber aus zwei wirklich banalen Gründen gepackt hat, wegen der Rosmarin-Sahne und der Deko. Irrsinnig, oder? Um zwei Rehe auf einer Torte zu dekorieren, zwei Stunden in der Küche stehen und Kuchen backen? Aber es hat mir riesigen Spaß gemacht. Wenn du Lust hast zum Nachbacken findest du das wundervolle Originalrezept bei Elena auf dem Blog. Für die Schwarzälder-Variante rührst du zusätzlich in den Marzipan-Biskuit Teig noch 100g geschmolzenen Kuvertüre (es dürfen auch übrig gebliebene Weihnachtsmänner sein) und ersetzt den im Rezept angegebenen Orangensaft mit Kirschsaft, sowie den Orangenlikör mit Kirschwasser, Für die Kuchenfüllung brauchst du noch ein halbes Glas Schattenmorellen, die du großzügig zwischen den Böden verteilst und auf der Kuppel als Dekoration verwenden kannst. Das ganze dann wie angegeben zubereiten. Danach kommt das Schönste, das Dekorieren. Deiner Fantasie ist hier keine Grenze gesetzt.

Hand auf’s Herz es ist wirklich zu schaffen und mir wurde versichert das es richtig lecker schmeckt. Noah hat hierzu bereits eine Variante mit Fußball und Traktor in Bestellung gegeben (er konnte sich nicht entscheiden, was er eher möchte) und Zoe, wie sollte es auch anders sein, mit Pferden und Einhörnern.

Mehr über die Schwarzwälder Kirschtorte
Wenn du gerne mehr über den Mythos der Schwarzwälder-Kirschtorte erfahren möchtest, findest du auf dem Blog des Hochschwarzwaldes eine sehr ausführliche Beschreibung, die zudem sehr interessant zu lesen ist.

Vom Spaziergang zur Sonnenuntergangswanderung

Die schönste Zeit des Jahres die Ihren Höhepunkt an den weihnachtlichen Feiertagen hält, kann man entweder mit vollen Bäuchen liegend auf der Couch verbringen oder nachdem ich lange genug allen auf die Nerven gegangen bin, den Rest der Familie dazu begeistern eine Schneewanderung zu machen. Eigentlich wollten wir nur mal ganz gemütlich irgendwo um Neuenweg herum durch den Schnee stapfen, am Ende standen wir dann doch auf dem Belchen. Dadurch, das in den letzten Tagen eher Schneeschmelze angesagt war, war die Oberfläche des Schnees gut begehbar und auch ohne Schneeschuhe zum Wandern kein Thema für die Kids. Abenteuerlich wurde es dann allerdings beim Abstieg, den ich dann aus Sicherheitsgründen alleine gemacht habe.  Also, an dieser Stelle bitte nur für Geübte zum Nachmachen geeignet. Ab dem Hohkelch konnte man sogar, wenn man sich traute, auf dem Popo den Hang herunterrutschen.

Größte Belohnung für die schon etwas gewagte Tour war jedoch der atemberaubende Blick und der kurze Genussmoment bis zum Sonnenuntergang. Ich gebe zu, das ich dieses Erlebnis für mich so im Winter auch noch nicht hatte und ich bin sehr dankbar, das ich den Mut hatte, den Abstieg einfach mal alleine zu machen. Allerdings kenne ich den Weg sehr gut und ich rate dir, Aufstieg, wie Abstieg ausschließlich bei guter Kondition und geeigneter Ausrüstung zu machen. Der Weg am Südwesthang nach Neuenweg ist schmal und zum Teil unter den Schneemassen nicht auszumachen. Wenn du nicht aufpasst, wo du hintrittst, kannst du schnell mal abrutschen und wenn du die falsche Richtung einschlägst, kannst du dich in der Dämmerung schnell verlaufen.

Ich hatte jedenfalls enormen Spaß und wurde minütlich mit atemberaubenden Ausblicken belohnt, sodass ich immer wieder angehalten habe, um diese wunderschönen Momente einzuatmen und zu genießen…

Das war garantiert mein schönster Genussmoment, fernab der duftenden Weihnachtsküche in diesen Tagen.

Heimatliche Weihnachtsgrüße – Nadine

Links und Tipps:

https://www.badische-seiten.de/…/belchen-schwarzwald.php

http://lacrema-patisserie.com/orangen-rosmarin-torte

Schönster Berg im Südschwarzwald

Schönster Berg im Südschwarzwald

Ein Tag der Superlative

@ferienimschwarzwald startet vom Heimatort, dem schönsten Dorf im Südschwarzwald, auf den schönsten Berg im Südschwarzwald, an einem der schönsten Tage im Oktober.

Für uns ist es sozusagen ein jährliches Ritual, bevor der Winter einbricht, noch einmal mit den Kindern, Zoe (6) und Noah (4), auf unseren Lieblingsberg zu steigen. Gestern sollte es dann auch soweit sein. Bei bereits 22°C am späten Vormittag und gefühlt 4-stündigen Vesper packen, haben wir uns auf den Weg gemacht, unseren 4 km Anstieg auf den Belchen zu starten.

Sternentanz

Als erstes Highlight passierten wir die Sternenschanze, nachdem wir aufgehört haben die unzähligen Autos zu zählen, die über den Hau auf Parkplatz und Wiese parkten. Uns schwante Böses und wir registrierten, das wir heute mit richtig schön vielen Leuten unseren Bergsteig antreten würden.

Das haben wir dann erst einmal verkraften müssen und haben an der Sternschanze zur Beruhigung die Zacken der Sterne nachgezählt. Eine eindrucksvolle Beschreibung der Sternschanze findet man Übrigens auf der Gersbacher Jugendheim Website. Die Barocke Verteidigungsanlage, wie es so schön im Header der Wikipedia steht, ist wirklich beeindruckend und wenn man einmal die Wälle der fünf inneren und äußeren Zacken abgelaufen ist, wirkt es noch gigantischer, mal abgesehen von der exakten Form in der, der Stern da liegt. Ja so ist das mit den Sternen, manche glühen am Himmel und einer ist zu uns nach Neuenweg hinab geflogen.

Herbstrauschen

Der Belchen hat nicht nur auf uns und das Leben hier am Bergfuß eine magisch-beruhigende Wirkung muss ich feststellen. Egal wie vielen Menschen man unterwegs begegnet ist, es machte irgendwie den Anschein als wäre jeder entspannt auf seinem eigenen Weg zum Belchen hinauf.

Wir haben uns zum Anstieg einen Weg ausgesucht, der uns übers Schöneberger Eck zum Belchenhotel Jägerstüble führt. Schließlich wollten wir den Kindern die Freude auf die Gondelfahrt nicht verderben.

Nachdem wir kräftig das Laub aufgewirbelt haben, sind wir pünktlich zum Mittagstisch angekommen und haben uns von der lobenswerten Küche der jungen Köche, mit Wildschweinbraten und zwei Tellern Spätzle, verwöhnen lassen. Herrlich, das Schlagwort trifft es hier: „Bodenständig meets Gourmetküche“. Mit vollen Bäuchen haben wir uns dann gemütlich nach oben schaukeln lassen.

Das Tragen sollte sich lohnen…

Oben angekommen hat uns Jochen hinter einem schönen Felsen ein ruhiges und heimeliges Plätzchen gezeigt, das wir Vier zusammen mit Zoe’s 20 Schleich Pferden in der Sonne genießen konnten. Irgendwie sollte es sich schließlich lohnen, das wir bei der Hitze neben unseren Rucksäcken noch zwei prall gefüllte Kinderrucksäcke geschleppt haben. Zeitvergessen saßen wir gefühlt Stunden auf unserem Felsvorsprung. Tatsächlich war es nur eine Halbe. Aber es hat sich gelohnt, die Pferde wurden gefüttert und durften auf den Felsen thronen und wir konnten einfach nur den Blick auf Neuenweg und die Sonne genießen. Schön wenn man so erhaben auf sein Häuschen blicken darf. Irgendwie ist es ein bisschen wie Urlaub bei sich selbst machen.

Kein Gemecker

Der Abstieg zurück ins Tal ist natürlich doppelt so abenteuerlich. Verschlungene Wurzelpfade, hervorragende und herausragende Felsen, wie der Hohkelch und unsere schönen Hochviehweiden bestechen das Auge und sorgen für belustigendes Gemecker auf dem Heimweg.

Über „Österreich“ zurück nach Neuenweg

Nachdem wir noch einmal den alten Grenzstein zwischen Vorderösterreich und Altbaden umrundet haben, waren wir auch schon zurück am Hauparkplatz und haben eifrig Pläne für unser Abendessen geschmiedet.

In Nadine’s Hüsli sollte es heute Abend abschließend zum wohl schönsten Wochenende in den letzten Wochen, noch einmal mein Lieblingsgericht geben: Rigatoni mit frischen Steinpilzen, zubereitet, bodenständig und gourmetgleich, von Jochen mit Trauben in Estragonschaum.

Steinpilze aus Neuenweg und Rezept gibt es gerne auf Nachfrage bei uns @ferienimschwarzwald.

Wer sich noch einmal einen Überblick über unsere Runde, Aussichtspunkte und den gesamten Rundweg machen möchte, findet auf dem Flyer zum Naturschutzgebiet Belchengipfel einen tolle Karte zum nachlesen.

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