Falsche Schwarzwälder und Sonnenuntergang am Belchen

Falsche Schwarzwälder und Sonnenuntergang am Belchen

Falsche Schwarzwälder und Sonnenuntergang am Belchen

Die Weihnachtszeit ist bekanntlich eine der schönsten Jahreszeiten, oder? Bereits im ruhiger werdenden Herbst beginnt man sich gedanklich auf die schöne Zeit einzustimmen und träumt von der weißen Weihnacht. Auch ich muss sagen, dass mich der romantische Gedanke alljährlich einholt und ich mir nichts sehnlicher wünsche, als leise rieselnden Schnee und läutende Glocken zur Christmesse und ein nach Weihnachtsgebäck duftendes Haus.

Mit der weißen Pracht hat es dieses Jahr endlich wieder einmal geklappt. Bereits Mitte November hat es begonnen zu schneien und seither hat sich eine stabile Schneedecke in den Höhenlagen des Schwarzwaldes breit gemacht. Alleine darum bin ich dankbar, das ich in Neuenweg am Belchen zwischen 800 und 900 m.ü.M. wohne. Um genau das genießen zu können.

Es ist aber nicht nur der Schnee, den wir hier auf dem Land genießen, sondern auch die Ruhe. Neuenweg liegt ein wenig abgelegen und versteckt zwischen Schönau und dem Münstertal, der Schwarzwaldhype geht weitgehend an uns vorbei und auch der Skitourismus begrenzt sich hier auf Ruhe und Erholung-Suchende Schneeschuhwanderer und Langlauffahrer. Gut so. Es gibt dir Raum für deine eigene Entdeckungen und um dir ein eigenes Bild vom Schwarzwald zu machen, fernab der Klischees.

Einem dieser Klischees aus dem Schwarzwald möchte ich dennoch heute besondere Aufmerksamkeit schenken. Ich gebe zu, das ich weniger gern Süß esse, aber ich liebe es, die kleinen und großen Leckereien zuzubereiten.

100.000 Sterne und Tortenfieber

 

Nachdem ich bereits gefühlt 100.000 Sterne und Rentiere seit Beginn Dezember mit den Kindern ausgestochen habe, bin ich über den wundervollen Blog von Elena: http: lacrema-patisserie.com via Insta-Challenge gestolpert. Der Post einer Semi-naked Orangen-Rosmarin Torte liebevoll dekoriert mit kleinen Schleich-Rentieren hat mein Kräutergarten Herz höher schlagen lassen. Nachdem nun die Weihnachtsplätzchen–Bäckerei sich langsam erschöpft hat, wollten wir aber nicht untätig bleiben und voilà das Nachbacken ist tatsächlich gelungen. Ich muss an dieser Stelle bemerken, ich habe keinerlei Tortenerfahrung und hatte ordentlich bedenken, ob ich das überhaupt hinbekomme. Meistens ist es ja auch so, das trotz akribischer Befolgung der Anleitung irgendwie doch was schief geht, nicht gelingt, oder sonst irgendetwaswas nicht funktioniert. Nicht so mit diesem Rezept: http://lacrema-patisserie.com/orangen-rosmarin-torte

 

Da dachte ich mir doch ganz einfach, ob man daraus nicht auch eine Art Schwarzwälder-Variante machen könnte? Die Betonung liegt wirklich auf Variante. Den Mythos der Schwarzwälder-Kirschtorte will ich unter keinen Umständen antasten.

Ich gebe zu, das mich das Tortenfieber aus zwei wirklich banalen Gründen gepackt hat, wegen der Rosmarin-Sahne und der Deko. Irrsinnig, oder? Um zwei Rehe auf einer Torte zu dekorieren, zwei Stunden in der Küche stehen und Kuchen backen? Aber es hat mir riesigen Spaß gemacht. Wenn du Lust hast zum Nachbacken findest du das wundervolle Originalrezept bei Elena auf dem Blog. Für die Schwarzälder-Variante rührst du zusätzlich in den Marzipan-Biskuit Teig noch 100g geschmolzenen Kuvertüre (es dürfen auch übrig gebliebene Weihnachtsmänner sein) und ersetzt den im Rezept angegebenen Orangensaft mit Kirschsaft, sowie den Orangenlikör mit Kirschwasser, Für die Kuchenfüllung brauchst du noch ein halbes Glas Schattenmorellen, die du großzügig zwischen den Böden verteilst und auf der Kuppel als Dekoration verwenden kannst. Das ganze dann wie angegeben zubereiten. Danach kommt das Schönste, das Dekorieren. Deiner Fantasie ist hier keine Grenze gesetzt.

Hand auf’s Herz es ist wirklich zu schaffen und mir wurde versichert das es richtig lecker schmeckt. Noah hat hierzu bereits eine Variante mit Fußball und Traktor in Bestellung gegeben (er konnte sich nicht entscheiden, was er eher möchte) und Zoe, wie sollte es auch anders sein, mit Pferden und Einhörnern.

Mehr über die Schwarzwälder Kirschtorte
Wenn du gerne mehr über den Mythos der Schwarzwälder-Kirschtorte erfahren möchtest, findest du auf dem Blog des Hochschwarzwaldes eine sehr ausführliche Beschreibung, die zudem sehr interessant zu lesen ist.

Vom Spaziergang zur Sonnenuntergangswanderung

Die schönste Zeit des Jahres die Ihren Höhepunkt an den weihnachtlichen Feiertagen hält, kann man entweder mit vollen Bäuchen liegend auf der Couch verbringen oder nachdem ich lange genug allen auf die Nerven gegangen bin, den Rest der Familie dazu begeistern eine Schneewanderung zu machen. Eigentlich wollten wir nur mal ganz gemütlich irgendwo um Neuenweg herum durch den Schnee stapfen, am Ende standen wir dann doch auf dem Belchen. Dadurch, das in den letzten Tagen eher Schneeschmelze angesagt war, war die Oberfläche des Schnees gut begehbar und auch ohne Schneeschuhe zum Wandern kein Thema für die Kids. Abenteuerlich wurde es dann allerdings beim Abstieg, den ich dann aus Sicherheitsgründen alleine gemacht habe.  Also, an dieser Stelle bitte nur für Geübte zum Nachmachen geeignet. Ab dem Hohkelch konnte man sogar, wenn man sich traute, auf dem Popo den Hang herunterrutschen.

Größte Belohnung für die schon etwas gewagte Tour war jedoch der atemberaubende Blick und der kurze Genussmoment bis zum Sonnenuntergang. Ich gebe zu, das ich dieses Erlebnis für mich so im Winter auch noch nicht hatte und ich bin sehr dankbar, das ich den Mut hatte, den Abstieg einfach mal alleine zu machen. Allerdings kenne ich den Weg sehr gut und ich rate dir, Aufstieg, wie Abstieg ausschließlich bei guter Kondition und geeigneter Ausrüstung zu machen. Der Weg am Südwesthang nach Neuenweg ist schmal und zum Teil unter den Schneemassen nicht auszumachen. Wenn du nicht aufpasst, wo du hintrittst, kannst du schnell mal abrutschen und wenn du die falsche Richtung einschlägst, kannst du dich in der Dämmerung schnell verlaufen.

Ich hatte jedenfalls enormen Spaß und wurde minütlich mit atemberaubenden Ausblicken belohnt, sodass ich immer wieder angehalten habe, um diese wunderschönen Momente einzuatmen und zu genießen…

Das war garantiert mein schönster Genussmoment, fernab der duftenden Weihnachtsküche in diesen Tagen.

Heimatliche Weihnachtsgrüße – Nadine

Links und Tipps:

https://www.badische-seiten.de/…/belchen-schwarzwald.php

http://lacrema-patisserie.com/orangen-rosmarin-torte

Ofenschmaus im November

Ofenschmaus im November

Vegetarischer Ofenschmaus – Gebackene Ziegenkäsetaler

„Mein bestes kuscheliges Lieblingsort-Abendessen. –
Heute nur für dich.“

Ein Licht am Fenster

 

Im November, wechselt das Wetter im Schwarzwald zwischen Regen und Schnee. Wir haben viele Nebeltage, mit gefühlt drei Stunden Tageslicht. Es ist die Zeit, in der man bei uns ein Licht ans Fenster stellt und es sich drinnen am Ofen gemütlich macht. Da schmeckt so etwas Warmes aus dem Ofen besonders gut und es ist herrlich, wie das Haus lecker nach den Gewürzen und dem Käse aus dem Ofen duftet. Jedenfalls haben sich heute unsere Gäste in Nadine’s Hüsli von uns ein leckeres vegetarisches Abendessen gewünscht. Bei dem Wetter bleibt man natürlich lieber in der gemütlichen Ferienwohnung.

Als Kind habe ich Kürbis mehr oder weniger missachtet, heute komme ich im Supermarkt nicht daran vorbei. Solange die orange-leuchtenden Früchte noch im Regal liegen, muss ich immer gleich welche mitnehmen. Warum? Weil sie so furchtbar lecker sind. Mein Favorit der Hokaido, Er schmeckt den Kindern mit Süßkartoffelstampf, oder ist als herrliches Süppchen einfach zuzubereiten. Egal ob mit Kokos, Ingwer, Zimt oder Karotte, er ist einfach und vielseitig zu aromatisieren. Am liebsten mag ich ihn aber geschmort, heute mit Garam Masala, Trauben und frischen Kräutern aus dem Garten.

Gartenkräuter im November

 

Ja, ihr habt richtig gehört. Ich bin keine Gemüsebraut und Blumenfee aber mit den Kräutern hab ich es schon und seit einigen Jahren gelingt es mir auch, hier oben in Nadine’s Hüsli auf 850 MüM., Freiland-Basilikum anzupflanzen und im November noch frische Kräuter zu ernten. (Musste ich an der Stelle einfach mal kurz einschieben.)

Das Rezept ist eigentlich ein Zufallsprodukt. Wie so Vieles bei Jochen und mir in unserer Küche. Jochens Statement dazu: „Eines habe ich in Hamburg bei der Küchenschlacht gelernt, liebe Nadine, es ist wichtig das es einem Selbst am Besten schmeckt und du Lust auf das hast, was du zubereitest.“ Punkt, da ist was dran.

Dazu muss ich noch kurz erklären, das Jochen 2011 eine Woche lang bei der ZDF Sendung die Küchenschlacht mitgemacht hat, zu der ich ihn heimlich angemeldet habe.

Wenn du Lust hast das nachzukochen, dann findest du hier unser Rezept für dich (4 Pers):

ZUTATEN für den geschmortem Kürbis

• 1 Hokkaido • Frische Kräuter (Rosmarin, Thymian… nach Geschmack) • 2 Kleine Knoblauchzehen • Gutes natives Olivenöl (soviel das alles gut mariniert ist) • 2 Tl Meersalz oder Fleur de Sel • 1 Prise Pepperoncini (bringen wir meistens vom Urlaub aus Elba mit) • 1 Tl guter Schwarzwälder Tannenhonig • 1 El Kürbiskernöl • 1 El Balsamico • 1 Stange Frühlingszwiebeln.

ZUTATEN für den Ofen-Feta mit Trauben

• 1 Dose Ziegenkäse-Feta (aus dem türkischen Laden oder bei REWE) • Etwas Pepperoncini • 1/8 L Weißwein / oder Apfelsaft • 1 El Balsamico • 2 Knoblauchzehen • 1 Tl Meersalz oder Fleur de Sel • Frische Kräuter (Rosmarin, Thymian… nach Geschmack) • 10-15 Trauben (halbiert) • 1 Bio-Zitrone • Gutes natives Olivenöl (soviel das alles gut mariniert ist)

Ansonsten eine Auflaufform und ein Backblech, sowie Backpapier.

ZUBEREITUNG

 

Den Kürbis in Spalten schneiden, Koblauch schälen und halbieren, mit den Trauben und den Gewürzen, Ölen vermischen und in der Marinade circa 15-20 Min ziehen lassen. Danach in den Ofen stellen und bei 150 °C (Umluft) 1 Stunde (minimum) schmoren lassen. Der Kürbis braucht länger wie der Käse, daher musst du ihn eher in den Ofen stellen. Nun die Käserollen halbieren, das du vier Taler vor dir liegen hast. Die legst du in eine Auflaufform mit Trauben, vermischst die restlichen Zutaten, legst Knoblauch und Trauben dazwischen und bestreust alles nach Geschmack mit deinen Lieblingskräutern und gießt das Öl darüber. Rosmarin oder Zitronenthymian eignen sich geschmacklich als Kräuter besonders gut. Die Hälfte der Zitrone kannst du großzügig auspressen und bei der anderen Hälfte ziehst du die Zesten mit einem Zestenmesser ab. Wenn du so etwas nicht hast, kannst du auch eine Parmesanreibe nehmen. Die Auflaufform kannst du nun ebenfalls zum Kürbis in den Ofen stellen (etwa nach einer halben Stunde, in der der Kürbis schon vorgeschmort ist), und lässt beide Formen nun bis zur vollen Stunde weitergaren.

 

Dein Essen ist fertig, wenn der Käse eine karamelfarbene Kruste bekommen hat und du den Kürbis mitsamt der Schale und dem Finger einfach verdrücken kannst. Wir wünschen dir ganz viel Spass beim nachkochen. Uns hat es mal wieder lecker geschmeckt.

 

 

 

Liebe Grüße von unserem Lieblingsort, Jochen und Nadine

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