„Narri Narro“ die Fastnacht macht alle froh – Buurefastnacht im Schwarzwald

„Narri Narro“ die Fastnacht macht alle froh – Buurefastnacht im Schwarzwald

„Narri Narro“ die Fastnacht macht uns alle froh

– Buurefastnacht im Belchendorf

Da ich ja in den Tiefen meines Herzens nicht gerade der geborene Narr bin aber hier in einer Region lebe, in der dieser Brauch äußerst intensiv, traditionell und sehr urwüchsig zelebriert wird, habe ich mir die Mühe gemacht und bin dieser Sache mal nachgegangen.

Ursprünglich wurde die Fasnacht als Siegesfeier der alten Germanen im ewigen Kampf um Sicherung und Wahrung des Lebens ausgetragen. Der Zeitpunkt dieses feierlichen Aktes wurde bedingt durch die Sonne, die aus der engen Hälfte des Winters heraustritt und als befreite Königin strahlend ihren sommerlichen Lauf beginnt.

Damit hat die Fastnacht eigentlich mal so gar nichts mit dem kirchlichen Fastengebot zu tun. Viele Kinderspiele und Lieder, die wir heute noch kennen, stammen von dieser Zeit, wie z.B. das Frühjahrsspielchen von der Jungfrau mit den goldenen Haaren, welche später zum Brautlauf geführt wird. Oder auch das uralte Spiel von Himmel und Hölle. Kennst du noch mehr solcher Spiele? Erst als die Kirche ins Spiel kam, wurde der Zeitraum und der Zeitpunkt der Fastnacht genau bestimmt und an die von ihr eingeführten Fastenzeit gebunden.

Fastnacht – Burrefastnacht oder Karneval?

Als Pfälzerin kenne ich die Fastnacht auch als Karneval. Ist das jetzt das Gleiche oder etwas anderes? Auch hierzu habe ich eine Antwort gefunden. Das Wort Karneval ist lateinischen Ursprungs und hat wiederum einen uralten germanischen Brauch als Wurzel. “Carrus navalis” ist ein auf Räder gesetztes Schiff, welches in früheren Tagen von lärmenden Menschen durch die Straßen gezogen wurde, und den Sieg des neuen Lebens verkündete. Fröhlichkeit und Lebenslust und überquellende Daseinsfreude – das ist der Sinn der fröhlichen Fasnacht.

 

Aha, jetzt gibt es aber die Muffels, wie mich, die eigentlich froh sind, wenn das alles vorbei ist. Solche wie mich, die mit großen und entsetzten Augen den torkelnden und lärmenden Massen hinterhergucken und sich manchmal fragen, was das eigentlich soll. Ich habe aber nun mal zwei kleine Kinder und die sind megascharf auf die Umzüge, das Bonbons einheimsen und Konfettischlachten veranstalten. Wenn genau dieser Trubel bei uns im Belchendorf beginnt, ist es die Zeit der „BUUREFASTNACHT“ und ich bin ebenfalls fällig. Da hilft auch leider kein vermeintlicher Migräneanfall, oder eine große Decke unter der man sich verstecken könnte. Zwei Tage befindet sich unser kleines 400 Seelndörfchen Neuenweg in Ausnahmezustand. Man glaubt es kaum. Autos und Busse rollen ein, Maskengruppen und „Hästräger“, Musiken und Gugge-Bands heizen die Stimmung an und es lärmt bis früh am Morgen die Musik durchs Dorf.

Die “Alte Fastnacht”

Wikipedia schreibt hierzu: „Die Alte Fastnacht – auch Bauernfastnacht oder alemannisch Buurefasnacht – ist ein regionaler Fastnachtstermin, bei dem die Fastnacht erst am Sonntag nach Aschermittwoch, dem Funkensonntag endet.„ Die Terminabweichung wird mit der Einführung des gregorianischen Kalenders erklärt. Jedoch ist die alte Fastnacht ein Überbleibsel des ursprünglichen Beginns der Fastenzeit. „Das neue, frühere Anfangsdatum wurde auf der Synode von Benevent 1091 vorverlegt, weil man die Sonntage aus dem Fastengebot herausgenommen hatte und die nun fehlenden Tage vor dem bisherigen Beginn anfügen musste, um wieder auf 40 Tage zu kommen. „(Wikipedia)

Auch hier in Neuenweg, wird dann eine Woche nach der Buurefastnacht das Funkenfeuer eröffnet, bzw. das „Schiibefüür“ und vom Schlossboden aus die “Schiibe” mit ihren Funken ins Dorf hinab geschlagen.

Ich schau mir das alles immer wieder gerne an und wenn ich die Bilder der doch bizarren Masken anschaue, gebe ich auch gerne zu, das ich alle Achtung vor den Trägern habe, die wochenlang in der Kälte an all den Umzügen in der Region, immer und immer wieder die Menschen amüsieren. Achtung!!! – Habe ich hier auch schon die Pflege und dem Erhalt der Tradition und meine Bewunderung für die alten Maskengruppen, die noch handgemachte und holzgeschnitzte Gesichter tragen erwähnt? Eine dieser Maskenträger sind die Köhlergeister aus Neuenweg.

Der Köhler im Schwarzwald und die Köhlergeister Neuenweg

Der Köhler hat im Schwarzwald eine lange und alte Tradition. Ein Hügel am Ortsrand wurde dem Köhlerhandwerk, mit dem Namen “Köhlgarten” gewidmet und es gab hierzulande in den Tiefen des Schwarzwaldes viele Orte und Stellen, die mit Funden noch heute davon berichten, das die Köhler sich hier angesiedelt haben. Die Autorin Gabriele Hennicke berichtet über die Familie Riesterer aus dem Münstertal, welche eine traditionsreiche Köhlerei mit viel Freude und dem alten Wissen weiterführt. Die Maske und das Häs der Köhlergeister finde ich unglaublich sympathisch und wenn ich meinen Belchen und den Ort darum anschaue, dann gibt das auch eine runde Sache. Ort, Mensch und Maske passen zusammen.  Ein ruhiges, gemütliche, verschmitztes Gesicht. Genauso, wie Neuenweg und unsere Umgebung und die Menschen hier sind.

Wer oder Was steckt hinter der Maskengruppe? Zur Idee, Geschichte und Hintergrund kann ich nicht viel erzählen, denn außer der Seite auf Facebook die nur von den Festen und aktuellen Veranstaltungen erzählt, gibt es keine schriftlichen Überlieferungen. Die Idee die dahintersteckt, so eine ehemaliges Mitglied, ist das man eine Maskengruppe gründen wollte, die zum Ort und der Umgebung passt. Das Häs (Kostüm) beschreibt sich folgendermaßen: Feste Stiefel mit hohem Schaft, wie die Köhler sie damals trugen, ein Kniebund-Cordhose und das Gewand ist tannengrün mit kleinen Glocken, Hölzchen und Zapfen als Behang. Die Maske aus Holz geschnitzt mit einem freundlichen, verschmitzen Gesicht des Köhlers und einer Pfeife im Mund. Der Maskenschnitzer, so wurde mit erzählt, stammt aus Elzach. Im Münstertal gibt es im Übrigen auch einen Schnitzer, der das Masken schnitzen noch beherrscht. Für mich ist das alles eine absolute Rarität und ein kleiner zu bewahrender Schatz, der in diesem Treiben umher wandelt.

Seit ich 2010 in Neuenweg wohne, habe ich beobachten können, wie sich die alte “Buurefastnacht” mehr und mehr der Beliebtheit erfreut. Wo auch könnte man diese denn schöner und origineller feiern, als bei uns im Ort mit dem verschneiten Belchen als Hintergrundkulisse? 

 

Die Beobachtung des Volkskundler Werner Mezger, ein Freiburger Fasnachtsexperte, schrieb zu dem Thema jüngst in einer Studie über den erstaunlich Zuwachs an Maskengruppen und Hästrägern, der wohl damit einhergeht das unser digitales Zeitalter und die rasante Entwicklung mit dem Bedürfnis der Menschen nach festen Bräuchen und Bezügen in einer Zeit der Globalisierung und Anonymisierung extrem wichtig geworden sind. Das echte Erlebnis bekommt neben dem digitalen somit eine ganz neue Bedeutung. 

 

Mein Resümee dazu, komm vorbei, schau es dir an, tanz mit durch die Straßen oder lass dich einfach mal mittreiben. Auch wenn es nichts für dich ist, es ist hier auf dem Land nicht inszeniert und nicht als Show erdacht. Es ist eben wie es ist. Wenn dich die Tiefen der Fastnachtsbräuche noch mehr interessieren,  dann habe ich hier ein paar schöne Quellen aufgespürt, in denen du noch viele Informationen zu der Geschichte und Entwicklung, den Zünften und den Traditionen findest : swr.de und schwarzwald-tourismus.

Für euch exklusiv das “Letzte Blatt” aus der “Neuwägner Rätschgosche”

Das letschte Baltt ganz ohne Frage, do wenn mir eifach Dankschön sage.

An alli die sich voll entfalte, und uns’ri Buurefasnacht mit erhalte.

An alli, die sich wuchelanguff riebe, au die wo die Schnitzelbank johrelang schriebe.

Alli wo helfe, um die sinn mir froh, und sage ganz eifach:

NarriNarro

Herbstdeko – vom Spaziergang bis zu Hause…

Herbstdeko – vom Spaziergang bis zu Hause…

…, ein Rückblick auf ein langes Wochenende mit gemütlichen Spaziergängen und DIY-Ideen für dein zu Hause.

 

 

 

Wann hat man schon einmal die Gelegenheit von Freitag bis einschließlich Mittwoch ohne Urlaub zu machen einfach frei zu haben? Meiner Meinung nach könnte es jedes Jahr einen Gedenktag zum Reformationstag geben.

 

Wie wir alle wissen, war das Wochenende durchwachsen und es gab so ziemlich alles, von Sturm bis zur endlos Sonne im Wetterportfolio. Aber insgesamt war es unglaublich schön.

Ganz klar ist auf jedenfall, wenn man sich die Natur anschaut, das es bald vorbei sein wird mit den bunten Treiben. Bevor wir uns hier im Hause also mit der Weihnachtsdeko beschäftigen werden, sollte es nochmal einen herbstlichen Abschiedsgruß geben.

Farbenfan?

Ich bin eigentlich kein großer Farbenfan. Vielleicht ist das auch der Grund warum ich es bisher noch nicht auf das Holy-Titisee-Festival geschafft habe (Grins)? Die herrlich leuchtenden Farben im Herbst finde ich aber aber einfach wunderschön und am liebsten würde ich die Landschaft von September – Oktober visuell konservieren. Diese beiden Monate sind für mich einzigartig. Jeden Tag kannst du am Berg und am Himmel die Veränderungen sehen, sie riechen und beim Spaziergang im Wald unter deinen Füßen spüren. Man merkt langsam wie alles zur Ruhe kommt, wie der Wind die ein oder andere Sorge mitnimmt und wie langsam das Jahr sich zu Ende neigt.

 

Da ich ja eine leidenschaftliche Sammlerin bin und entweder mit vollgestopften Taschen vom Spaziergang, prall gefüllt mit tollen Fundstücken, zurückkomme oder gezielt mit Korb und Rebschere bewaffnet lospilgere, habe ich heute einen kleinen Eichenbaum entdeckt, der noch in voller Farbenpracht am Wegrand leuchtete.

Stimmungsvolle Zweige

Schnell ein paar Zweige eingepackt, ein paar Zedernzweige dazu, die der Wind vom Baum geblasen hat und noch ein bisschen Moos vom Wegesrand machen mit einem kleinen duftenden Kerzenlicht in einer schönen Glasvase den beginnenden November zu einem stimmungsvollen Herbstmonat. An dieser Stelle gebe ich gerne zu, das ich früher den November unglaublich langweilig fand und ich gar nicht recht wusste, welche Deko passend ist. Es ist ja auch nicht einfach, denn bereits in drei Wochen beginnen wir mit den Vorbereitungen zum Advent.

 

Spaziergang mit Kaffekränzchen

Für alle die, denen der November bisher auch zu langweilig war, geht raus und sammelt euch ein paar der letzten schönen Farben von diesem Jahr ein und freut euch an einem wunderschönen selbstgemachten Herbststrauß. Es lohnt sich und versprochen, er wird bis zum 1. Advent halten.

Wer zu Hause im Garten ein paar Gräser stehen hat, der kann auch diese hübsch mit ein paar bunten Laubzweigen zusammen in einer hohen Vase locker zusammenstecken.

Wer dann noch ein bisschen Zeit übrig hat, der kann für das anschließende Kaffeekränzchen einen leckeren Käsekuchen zaubern. Ich liebe dieses Rezeptbuch vom Oase Verlag und diesen Käsekuchen daraus, denn er ist mir noch nie misslungen und schmeckt jedesmal herrlich. Alle Rezepte dieses kleinen Wunderbuches, das herrlich alte Rezepte aus Oma’s Backstube verrät, sind mit wenig Mühe einfach nachzubacken und verzeihen auch mal kleine Fehler (Zwinker).

Glasvasen und Backbuch bekommst du über amazon. Den Rest aus dem Wald. 🙂

Für den Käsekuchen solltest du unbedingt Quark, 6 Eier, Puddingpulver und Butter zu Hause haben, der Rest besteht aus wenig Zucker und Mehl.

Viel Spass und liebe Grüße – Nadine

Schönster Berg im Südschwarzwald

Schönster Berg im Südschwarzwald

Ein Tag der Superlative

@ferienimschwarzwald startet vom Heimatort, dem schönsten Dorf im Südschwarzwald, auf den schönsten Berg im Südschwarzwald, an einem der schönsten Tage im Oktober.

Für uns ist es sozusagen ein jährliches Ritual, bevor der Winter einbricht, noch einmal mit den Kindern, Zoe (6) und Noah (4), auf unseren Lieblingsberg zu steigen. Gestern sollte es dann auch soweit sein. Bei bereits 22°C am späten Vormittag und gefühlt 4-stündigen Vesper packen, haben wir uns auf den Weg gemacht, unseren 4 km Anstieg auf den Belchen zu starten.

Sternentanz

Als erstes Highlight passierten wir die Sternenschanze, nachdem wir aufgehört haben die unzähligen Autos zu zählen, die über den Hau auf Parkplatz und Wiese parkten. Uns schwante Böses und wir registrierten, das wir heute mit richtig schön vielen Leuten unseren Bergsteig antreten würden.

Das haben wir dann erst einmal verkraften müssen und haben an der Sternschanze zur Beruhigung die Zacken der Sterne nachgezählt. Eine eindrucksvolle Beschreibung der Sternschanze findet man Übrigens auf der Gersbacher Jugendheim Website. Die Barocke Verteidigungsanlage, wie es so schön im Header der Wikipedia steht, ist wirklich beeindruckend und wenn man einmal die Wälle der fünf inneren und äußeren Zacken abgelaufen ist, wirkt es noch gigantischer, mal abgesehen von der exakten Form in der, der Stern da liegt. Ja so ist das mit den Sternen, manche glühen am Himmel und einer ist zu uns nach Neuenweg hinab geflogen.

Herbstrauschen

Der Belchen hat nicht nur auf uns und das Leben hier am Bergfuß eine magisch-beruhigende Wirkung muss ich feststellen. Egal wie vielen Menschen man unterwegs begegnet ist, es machte irgendwie den Anschein als wäre jeder entspannt auf seinem eigenen Weg zum Belchen hinauf.

Wir haben uns zum Anstieg einen Weg ausgesucht, der uns übers Schöneberger Eck zum Belchenhotel Jägerstüble führt. Schließlich wollten wir den Kindern die Freude auf die Gondelfahrt nicht verderben.

Nachdem wir kräftig das Laub aufgewirbelt haben, sind wir pünktlich zum Mittagstisch angekommen und haben uns von der lobenswerten Küche der jungen Köche, mit Wildschweinbraten und zwei Tellern Spätzle, verwöhnen lassen. Herrlich, das Schlagwort trifft es hier: „Bodenständig meets Gourmetküche“. Mit vollen Bäuchen haben wir uns dann gemütlich nach oben schaukeln lassen.

Das Tragen sollte sich lohnen…

Oben angekommen hat uns Jochen hinter einem schönen Felsen ein ruhiges und heimeliges Plätzchen gezeigt, das wir Vier zusammen mit Zoe’s 20 Schleich Pferden in der Sonne genießen konnten. Irgendwie sollte es sich schließlich lohnen, das wir bei der Hitze neben unseren Rucksäcken noch zwei prall gefüllte Kinderrucksäcke geschleppt haben. Zeitvergessen saßen wir gefühlt Stunden auf unserem Felsvorsprung. Tatsächlich war es nur eine Halbe. Aber es hat sich gelohnt, die Pferde wurden gefüttert und durften auf den Felsen thronen und wir konnten einfach nur den Blick auf Neuenweg und die Sonne genießen. Schön wenn man so erhaben auf sein Häuschen blicken darf. Irgendwie ist es ein bisschen wie Urlaub bei sich selbst machen.

Kein Gemecker

Der Abstieg zurück ins Tal ist natürlich doppelt so abenteuerlich. Verschlungene Wurzelpfade, hervorragende und herausragende Felsen, wie der Hohkelch und unsere schönen Hochviehweiden bestechen das Auge und sorgen für belustigendes Gemecker auf dem Heimweg.

Über „Österreich“ zurück nach Neuenweg

Nachdem wir noch einmal den alten Grenzstein zwischen Vorderösterreich und Altbaden umrundet haben, waren wir auch schon zurück am Hauparkplatz und haben eifrig Pläne für unser Abendessen geschmiedet.

In Nadine’s Hüsli sollte es heute Abend abschließend zum wohl schönsten Wochenende in den letzten Wochen, noch einmal mein Lieblingsgericht geben: Rigatoni mit frischen Steinpilzen, zubereitet, bodenständig und gourmetgleich, von Jochen mit Trauben in Estragonschaum.

Steinpilze aus Neuenweg und Rezept gibt es gerne auf Nachfrage bei uns @ferienimschwarzwald.

Wer sich noch einmal einen Überblick über unsere Runde, Aussichtspunkte und den gesamten Rundweg machen möchte, findet auf dem Flyer zum Naturschutzgebiet Belchengipfel einen tolle Karte zum nachlesen.

#gerwomany

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Gestalte selbst mit – Geh wählen

 

Schwarzwald-Politik

Ja, ich weiß, in meinem Blog sollte sich eigentlich alles rund um das Leben im Schwarzwald drehen. In diesem Beitrag verzichte ich auf den #schwarzwald und gehe etwas mehr auf das #leben ein. Was, das mit der Bundestagswahl 2017 zu tun hat? Für mich viel. Denn ich bin eine Frau, habe Familie mit zwei kleinen Kindern, lebe auf dem Land – im Schwarzwald – und stehe dazu berufstätig und aktiv zu sein.

Landfrau oder Business-Frau?

An dieser Stelle, würde mich mal interessieren, wie es anderen berufstätigen “Landfrauen” geht. Weil irgendwie bist du entweder Landfrau oder berufstätig. Beides nimmt dir kein Mensch so richtig ab. Ich habe in den letzten 25 Jahren ab Beginn meiner Bildungskarriere nun schon einige interessante Erfahrungen mit Landes- und Bundespolitik gemacht und somit von kompletter Frustration, bis hin zur Resignation alle Phasen durchlebt.

Heute, vielleicht auch als Mutter zweier Kinder, sehe ich das etwas anders. Weder Resignation noch Frustration bringt etwas, weder mir noch Anderen. Es ist auch nicht nur einfach cool wählen zu gehen und auch nicht, weil es gerade mal jemand Angesagtes aus der deutschen Promiszene tut. Es geht um mehr: um dich, deine Zukunft und die deiner Kinder!

Vielleicht mag es mir für mein “Morgen” noch nichts bringen, aber ich habe eine kleine Tochter, die gerade am Freitag in die Schule gekommen ist und für die lohnt es sich etwas zu tun. Richtig toll fand ich nämlich, das im Kleinen Wiesental, der Naturparkschule in Tegernau, seit diesem Schuljahr zwei Lehrerinnen für die 1. Klasse eingestellt wurden, in Form eines Job-Sharing Modells zu jeweils 50%. Beides Mütter zweier Kinder. Ein Vorbildmodell? Ja, das finde ich schon. Denn wenn ich mich da, in meiner Jobwelt umschaue, ist das bislang undenkbar in anspruchsvollen Positionen und in solchen Modellen zu arbeiten. Eine anspruchsvolle Stelle bekommst du entweder mit 120% oder gar nicht.

Vor zwei Wochen habe ich dann – ich gebe zu, auch etwas neidisch – den Bericht unserer ehemaligen Familienministerin Chrisitna Schröder in der GALA gelesen. Eine wahre Lobeshymne über Organisation, Familie und Beruf einer entzückenden jungen Frau die während Ihrer Amtsperiode ein Kind zur Welt brachte. Herrlich, oder? Ein tolles Beispiel einer Frau, die alle Möglichkeiten an Kinderbetreuung ausschöpfen kann um 100% und mehr zu arbeiten, hat da leicht reden.

Diese beiden Beispiele, sind für mich rückblickend und vorausschauend Auslöser die Kampagne aufzugreifen: Gestalte selbst mit – Geh wählen! Wenn du es nicht tust, überlässt du es den anderen!

Wir haben was zu sagen…?

Für mich geht es dabei überhaupt nicht um das bloße Wahlrecht der Frau, das sich einst unsere Mütter hart erkämpft haben, oder um den Quotenjägern einen Gefallen zu tun, die Wahlbeteiligung zu steigern. So klingt es nämlich für mich ein wenig bei den Initiatoren der Kampagne. Das Herz der Kampagne und in dem Aufruf das Frau zur Wahl gehen soll, liegt für mich persönlich vor dem Hintergrund der steigenden weiblichen Population in Deutschland und der deutlich höheren Lebenserwartung. Es wäre also rein rechnerisch möglich, das Frau damit das entscheidende Kreuz für unsere zukünftige Landespolitik machen kann. Heißt im Klartext, das die Politik, bei höherer Wahlbeteiligung der Frauen sich dahingehend attraktiv gestalten könnte – und damit meine ich auch die Politik, entzückender junger, weiblicher Politikerinnen – die zukünftig echte Politik für echte Frauen machen müssten. Denn egal, was wir im Moment tun, ob berufstätig, als Angestellte, oder als versucht Selbstständige, die Quote der Fälle, die es weder noch auf einen grünen Zweig als berufstätige Mutter schaffen, ist meines Erachtens immer noch zu hoch. Dagegen muss etwas getan werden.

Dennoch möchte ich mich an dieser Stelle bedanken für die tolle Initiative und kritische gesellschaftliche Betrachtung der Medien, insbesondere des Burda Verlages, der diese Kampagne ins Leben gerufen hat (Unternehmenssitz ist übrigens unter anderem Offenburg, im #Schwarzwald…). Es macht wieder Lust mit-zu-streiten und vielleicht lohnt es sich gerade heute wieder, sich mit-zu-ärgern und sich aktiv mit uns und unserer Zukunft und die unserer Kinder auseinanderzusetzen.

#freigestalt

 

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